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Alien: Isolation

Foppes 7. November 2014 Benutzer Blog:Foppes

Ich werd ja auch nicht jünger. Und normalerweise lassen mich Horror-Spiele dann doch eher kalt. Ich kann es, glaube ich, an einer Hand abzählen, wie ich mich in Spielen dann doch mal richtig erschreckt habe. Das eine Mal war in Doom 3, aber das war ja auch fies, da kamen die Gegner gescripted aus Ecken, in die man vorher extra reingeschaut hat. Da war nix, also kann man weiter gehen und es passiert einem nichts. Pustekuchen, in Doom 3 kam dann so ein Monster auf einmal von hinten und schon hab ich mich so erschrocken, dass mir die Maus aus der Hand flog und durch den Raum segelte. Das erste Amnesia konnte das dann auch ziemlich gut und dieser Verfolger in dem Spiel hat einen gut auf Trab gehalten und im Dunkeln, mit Kopfhörer auf, alleine in der Wohnung. Das hat auch für gut Herzklabaster gesorgt, aber ansonsten kann ich anderen Horror-Spielen wenig abgewinnen und überzeugt werde ich noch viel seltener.


Spiel, Spannung und Säure

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Und dann kam Alien: Isolation. Gut, ich hatte es schon mehrfach angespielt, auf der E3 und auf der Gamescom und die vielen Geschichten anderer Spieler und Journalisten gehört. Auf der E3 haben sich selbst gestandene Männer das teure Oculus Rift vom Kopf gerissen, als sie vom Alien zerlegt worden sind. Schachtelweise Zigaretten sind nach der Oculus Rift-Vorführung nach der Gamescom geraucht worden, um die Nerven wieder zu beruhigen. Ich durfte auch kurz mal antesten, wie sich das Spiel mit einer guten VR-Brille auf der Nase anfühlt und wie man sich in dieser Spielwelt verlieren kann. Lange überlebt gegen das Alien habe ich allerdings nicht. Der kleinste Muckser und schon wird man von hinten erdolcht.

Nachdem ich Alien: Isolation jetzt aber länger mal zuhause antesten konnte und mich in die Steuerung besser eingefuchst habe und das Spiel auch besser verstanden habe, als ein kurzes Anspielen irgendwo in einer lauten Messehalle, kann ich doch ernsthaft sagen, dass mein Puls doch stetig steigt, je länger ich vor dem Alien, oder den Androiden, oder einfach den andern Überlebenden weglaufe. Und mich dann irgendwo in einen Spind, oder kleinen Schrank verstecke, was allerdings auch nicht immer hilft.

Soundtrack deluxe

Der grandiose Soundtrack, wirklich der mit Abstand beste dieses Jahres, und die gesamte situationsabhängige Audio-Untermalung, eingespielt vom gleichen Orchester, teils sogar von den gleichen Musikern, wie beim ersten Aliens-Film vor 35 Jahren, schafft eine einmalige Stimmung, bei der man eigentlich immer versucht ist, auf Zehenspitzen herum zu laufen. Die Stimmung wird dermaßen angeheizt durch die ständigen hohen Geigen, dem generell unruhigem Grundtenor, dass man es gar nicht schafft, zur Ruhe zu kommen. Und falls man es dennoch schafft, weiß man eigentlich doch, dass hinter der nächsten Ecke ein Gegner lauern kann, der einem mal eben kurz den Hals umdrehen kann.

Alien-isolation.jpg
Zwar findet man schon recht früh im Spiel einen Revolver und kann sich später noch einen Flammenwerfer zusammenbasteln,

doch sollte man sich nicht der Illusion ergeben, dass diese Waffen einem großartig helfen, außer in Ausnahmesituationen. Und wenn man die Waffen benutzt, machen sie Geräusche und locken dafür im Gegenzug wieder Gegner an. Man ist also eigentlich ständig in einer Zwickmühle.

Grafische Leckerbissen

Man ist in dieser riesigen Raumstation Sewastopol ziemlich auf sich allein gestellt, trifft alle Nase mal auf einen Verbündeten, der einem zumindest ein wenig hilft. Und die unglaublich detaillierte Umgebung trägt ebenfalls sehr positiv zur Stimmung bei, wenn man sich nicht gerade einen alten Retro-Rechner zu detailliert anguckt und mal wieder vom Alien gefressen wird, welches sich halt mal wieder angeschlichen hat.

Die gesamte Raumstation, von der man im Film nur einen sehr kleinen Ausschnitt zu sehen bekommt, wurde sehr detailgetreu nachempfunden und bietet immer wieder echte optische Leckerbissen und man möchte eigentlich lieber viel länger darin verharren, wenn man halt nicht andauernd von diesem Alien gejagt wird.

Gameplay, oder so

Leider schwächelt das eigentliche Spiel schon ein wenig und es ist manchmal doch ein wenig langatmig, sich von Speicherpunkt zu Speicherpunkt zu hangeln und die Motivation kann irgendwann ein wenig nachlassen, wenn man sich dann doch vom letzten Speicherort etwas zu weit entfernt hat und es einen schon wieder erwischt hat.

HELL.jpg
Aber dann vermisst man doch wieder das Herzrasen und macht halt mal einen Tag Pause, denn alles in allem ist es nicht nur musikalisch und optisch ein hervorragendes Spiel.

Es versucht die Stimmung des ersten Filmes, so gut es geht, in ein Spiel zu transportieren und die Beklemmung und der Horror ist nochmal gesteigert dadurch, dass man ja quasi selber versucht zu überleben. Und diesen Spagat schafft das Spiel wirklich gut, auch wenn dann das eigentliche Spiel etwas zu monoton ausfällt um wirklich großartig zu sein. Aber ein gutes Alien-Spiel ist es alle Mal, gerade weil man es eben auch mal weglegen muss, weil ich ja doch älter werde und das Herz sowas gar nicht mehr mitmachen will.


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